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Nickel in chirurgischem Edelstahl
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Autor:  Ivonne1 [ Mi 30. Apr 2014, 20:15 ]
Betreff des Beitrags:  Nickel in chirurgischem Edelstahl

Hallo!

Ich hoffe,mir kann jemand helfen...meine Mutter hat eine Nickel-Kobalt-Allergie und soll demnächst am Herzen operiert werden.Die Drähte zum Sternumverschluß sind jedoch aus chirurgischem Edelstahl,welches ja Nickel enthält.Meine Angst ist nun,dass sie dadurch eine Wundinfektion bekommen kann...
Gibt es da irgendwelche Erfahrungen,ob diese Drähte bei Allergikern negative Auswirkungen haben (die bleiben ja drin)?Und welche Alternativen gäbe es (irgendwie muss das Sternum ja wieder verschlossen werden)?

Autor:  admin [ Di 13. Mai 2014, 14:22 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Nickel in chirurgischem Edelstahl

Hallo,

gerne haben wir Ihre Nachricht an Priv.-Doz. Mag. Dr. Stefan Wöhrl weitergeleitet. Hier seine Antwort:

Ich würde mir im Falle Ihrer Mutter keine Sorgen machen, dieses aus mehreren Gründen: 1.) Kontaktallergien machen so gut wie ausschließlich an der Haut Symptome. Es gibt so gut wie keine überzeugenden, berichteten Fälle in der medizinischen Publikationen, wo Implantate, die Substanzen enthielten, welche bei Patienten Kontaktallergien im Hauttest auslösen können, irgendwelche klinischen Symptome verursachen. Denn die Allergie-auslösenden Zellen sind T-Zellen, die nur in der Haut und in keinem anderen Organ sein möchten (sie tragen einen sogenannten "Skin Homing Receptor"). Die Cerclage mit Drähten zum Verschluss des Sternums wird ja unterhalb der Haut und nicht auf der Haut Verwendung finden. 2.) Aus gut gefertigtem Nickel-Chrom-Stahl lösen sich kaum Nickel Ionen heraus. Das ist der Grund warum bei 25% Sensibilisierung gegen Nickel in der Bevölkerung normalerweise alle Menschen problemlos aus rostfreiem Stahl (= Nickel/Kobalt/Chrom-Stahl Legierungen) hergestelltes Besteck und Kochtöpfe jeden Tag symptomfrei vertragen. Probleme machen billig hergestellter Modeschmuck, Jeansknöpfe, BH-Verschlüsse, gefälschte Uhren vom Schwarzmarkt etc. ; 3.) Eine Kobalt-Allergie ist im Normalfall keine eigene Allergie sondern eine Kreuzreaktion auf Nickel. --> Also, lassen Sie Ihre Mutter operieren, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird das Operationsergebnis nicht durch die Metallkontaktallergie beeinflusst werden."

Priv.-Doz. Mag. Dr. Stefan Wöhrl
Floridsdorfer Allergiezentrum
Franz Jonas Platz 8/6
1210 Wien

Autor:  Ivonne1 [ Sa 17. Mai 2014, 09:42 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Nickel in chirurgischem Edelstahl

Hallo!

Vielen Dank für die Antwort!
Meine Mutter wurde inzwischen operiert und es geht ihr gut,die Wunde verheilt super.Die Ärzte haben letztendlich Drähte aus Titan verwendet und für den Hautverschluß keine Klammern,sondern eine schöne Intrakutannaht gemacht!
Auch wenn eine Nickel-Kobalt-Allergie eine Kontaktallergie ist und somit wahrscheinlich die Drähte keine Auswirkungen gehabt hätten,bin ich doch froh,dass es andere Möglichkeiten gibt und diese bei meiner Mutter zum Einsatz kamen.Man weiß ja nie...

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